Dienstag, 7. Oktober 2014

Looshaus, Payerbach, Österreich

Über-Leben ist natürlich auch außerhalb Frankens möglich und sinnvoll! 

Ein Besuch im Loos-Haus in Payerbach an der Rax (Restaurant und Hotel). Das Ganze findet statt in Niederösterreich in der Semmering-Gegend - wer mal in der Nähe ist, sollte sich das unbedingt mal anschauen. 

Was mir daran gefällt? Wenn man hier in der Gegend von Rax /Schneeberg /Semmering ist, sind das "noch" die Alpen, aber sie sind nicht mehr ganz so gewaltig - obwohl, über 2000m geht es schon noch rauf. Es gibt alle Attribute, die man mit den Alpen verbindet: einmalige Landschaft, viele Möglichkeiten, sich draußen aufzuhalten und abzuschinden, Hütten und Gasthäuser und Restaurants - und all das.

Und noch mehr: die Gegend war/ist die Sommerfrische der Wiener, und viele Reiche und Superreiche haben sich damals (und heute) hier niedergelassen; es gibt eine ganze Reihe von noblen Jagdhäusern, Villen, Schlösschen und Schlössern. Früher haben die sich ihre Häuser von bekannten Architekten bauen lassen.

Einer davon war der Industrielle Paul Khuner. Lebensmittelhersteller. Die Firma gibt es noch heute, unter dem Namen "Kuner" ohne h. Die Produkte sind in Österreich ein Begriff, Mayonnaise hauptsächlich und Grillsaucen.

1928/1929 hat eben dieser Paul Khuner (mit h) dem Architekten Adolf Loos den Auftrag erteilt, ein Landhaus am Kreuzberg (oberhalb von Payerbach) zu errichten. Das Gebäude wurde 1930 fertig gestellt und wurde von der Familie privat genutzt. Das Haus überstand den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit, bis es 1959 von der Großmutter der Steiner-Geschwister, der heutigen Besitzer, erworben, restauriert und zu einem Hotel-Restaurant umgebaut wurde. Seit 1963 steht das Looshaus unter Denkmalschutz. Näheres zur jüngeren Geschichte: http://www.looshaus.at/media/upload/Looshaus_3__Zeitung.pdf

Und jetzt ist es ein Restaurant und ein Hotel.

Sehr gut essen und trinken kann man da, Speisen mit regionalem und jahreszeitlichem Einschlag auf sehr hohem Niveau. Immer frisch, viele Sachen kommen aus der unmittelbaren Umgebung des Looshaus, der Chef geht in die Beeren und in die Pilze. Umfangreicher Weinkeller. Angemessene Preise.

Und sehr gut wohnen kann man auch. Sinnvoll allerdings ist es nur im 1. Stock, das Geschoss darüber ist doch recht einfach und vor Allem eng. Ansonsten ist jedes Zimmer anders - anders eingerichtet, anders gestaltet, jedesmal mit eigenem, unverwechselbaren Ambiente. Angemessene Preise auch hier.

Was so schön ist: die Architektur ist schlicht, funktional, manchmal einfach. Viele gerade Linien. Lebhafte Farben. Nichts verspieltes. Immer bequem, immer "für Menschen gemacht". Kein Berghütten-Charakter, kein Zuckerbäcker-Stil. Der Adolf Loos wusste, was er entwarf...

Und außenrum beeindruckende Gebirgslandschaft.

Und das passt so gut zusammen!



Hotel-Restaurant Looshaus, Familie Steiner
Kreuzberg 60, 2650 Payerbach, Austria
Tel.: +43 2666 52911, steiner@looshaus.at, www.looshaus.at


Hier ein paar Eindrücke. Mich hat der Gegensatz der vielen Geraden und der Kugeln fasziniert.












Sonntag, 5. Oktober 2014

Goldenes Kreuz, Coburg

In einem der ältesten Gebäude in Coburg ein sehr schön renoviertes Gasthaus. Regionale und nationale Gerichte von hoher Qualität und in einem angemessenen Preis-/Leistungsverhältnis.

Und erstaunlich: ein eigens für dieses Haus gebrautes Bier! "Kreuztrunk" von der Brauerei Hartmann in Scheßlitz-Würgau, bernsteinfarben, leichte Rauchnote - sehr süffig, ausgezeichnet. Eigens gebraut? Ich tippe mal, das Bier wird im Hartmann'schen Brauereigasthof als "Felsentrunk" angeboten - aber was soll's? Prima ist es allemal. Aber vielleicht doch lieber das Schwarzbier, "Erbschänk" genannt?

In der Gaststube sitzt man wirklich recht angenehm, im Innenhof gibt es auch noch Plätze, teilweise in Loggien zwischen alten Mauern. Vor dem Lokal ein Biergarten (so wie Biergärten mitten in der Stadt halt sind: Tische und Stühle draußen...), von dem aus man teilweise auf den Marktplatz und das schöne Rathaus schauen kann.

Wenn alle Plätze in Restaurant gleichzeitig besetzt sind, dauert der Service etwas länger, dies wird aber durch erhöhte Freundlichkeit ausgeglichen.

Goldenes Kreuz
Herrngasse 1 (rechts neben dem Stadthaus)
96450 Coburg
09561/513407
www.goldenes-kreuz-coburg.de

Bin ich wirklich der Einzige,

...der jetzt schon zum wiederholten Mal Lampen (Leuchten) nicht mehr verwenden kann, weil das Leuchtmittel (die Glühbirne) nicht mehr verkauft werden darf und die Ersatz-Produkte nicht passen? Die Halogenbirnen sind immer etwas größer als die früheren Glühbirnen und passen deshalb nicht in das Gehäuse, die "echten", guten, modernen, umweltfreundlichen "Birnen" sind klobig, schauen schrecklich aus und passen sowieso nicht rein. Und wo ist da jetzt der Fortschritt verborgen?

Dienstag, 23. September 2014

Bin ich wirklich der Einzige,

...der voller Verwunderung feststellt, dass all die schönen BMW, Mercedes und Audi mit defekten Blinkern ausgeliefert werden? Denn es kann doch nicht sein, dass die Fahrer und Fahrerinnen in diesen schönen Autos insbesondere auf der Autobahn einfach nicht blinken, bevor sie die Spur wechseln!

Donnerstag, 18. September 2014

Marias Land, Puchberg am Schneeberg, Österreich

Alpenlachs und Alpannon-Angus in traumhafter Umgebung

Den Schneeberg kennt man als Tourist hauptsächlich wegen der Schneebergbahn (auch lohnend). Aber in der Nähe von Puchberg gibt es noch was ganz Besonderes: den Alpenlachs. Das ist einerseits die Marke für einen Fisch, andererseits der Fisch selbst: der Arktische Saibling (salvelinus alpinus). Liegt irgendwie nahe, eine Fischart, die „alpinus“ heißt, auch in den Alpen zu züchten (obwohl sie eigentlich im nördlichen Eismeer lebt). Und jetzt wird sie auch im Gebiet des Schneebergs gezüchtet und angeboten.

Etwas abseits von den touristischen Hauptrouten (Schneeberg halt) im Rohrbachtal liegt "Marias Land". Das ist einerseits die Fischzucht und eine ganze Reihe touristischer Angebote, andererseits ein kleines rustikales Restaurant (eher ein Wirtshaus) mit großer Terrasse. Und einer großen "Lachs-Karte". Wir haben unterschiedliche Gerichte probiert: alle ausgezeichnet zubereitet, und der Alpenlachs schmeckt hervorragend.

Für die Fleischliebhaber gibt es auch was Besonderes, Alpannon-Angus: Angus-Rinder, die sowohl auf Almen am Schneeberg (Sommer) wie auch in Pannonien (Winter) weiden. Und die so wie der Fisch perfekt zubereitet und höchst wohlschmeckend in etlichen Variationen auf den Tisch kommen.

Freundlicher Service, angemessene Preise. Und eine traumhafte Umgebung, die sich für kürzere Spaziergänge und längere Wanderungen anbietet.

Ein kleines, (noch) recht unbekanntes Paradies.

Lokal von Ende April bis Anfang November Donnerstag bis Sonntag geöffnet.

Marias Land Stüberl
Rohrbacherstraße 30
2734 Puchberg am Schneeberg 
Tel: 00 43 [0] 2636 22445 bzw. 00 43 [0] 2636 22445  
http://www.marias-land.at/

Sonntag, 14. September 2014

Gasthaus Strehl, Walkersbrunn

Ein Wirtshaus ohne einen Namen wie "Goldener Stern", "Grüner Baum" - einfach so der Name des Wirts? Das zeugt von einem gewissen Selbstbewusstsein, und der Rudi  hat das. 
Zu Recht!

Eine einfache fränkische Wirtschaft ist das, wobei "einfach" das Qualitätsmerkmal schlechthin darstellt: kein Getue und Gemache, sondern wirklich gutes Essen (Karpfen! Schäuferla!), wirklich gutes Bier (Lindenbräu Gräfenberg!), wirklich gute Brotzeit (Knoblauchwurst!), wirklich gute selbstgebrannte Schnäpse (Williams!), wirklich gute selbstgemachte Wurstbüchsen (Gutshof-Leberwurst!). Alles zu fränkischen Preisen. Und a weng a Gschmarri gibt's auch dazu.

Das passt einfach.


Donnerstag Ruhetag, sonst täglich abends geöffnet, Sonntag natürlich auch mittags (Schäuferla vorbestellen). Karpfen Freitag-/Samstagabend und Sonntag mittags von September bis April.

Gasthaus Strehl
Rudolf Strehl
Walkersbrunn 9
91322 Gräfenberg
Telefon: 09192-7653

Donnerstag, 24. Juli 2014

Obstbrennerei Bernd Schmidt

"Landmetzgerei und Obstbrennerei" - das ist doch mal eine gute Kombination. Hier geht es jetzt erst Mal um den Schnaps, zur Metzgerei sag ich später was.

Wenn man aus dem Aroma eines Destillats nicht nur die Obstsorte, sondern sogar den Standort der Bäume und das Wetter, das die Früchte beim Wachsen hatten, herausschmecken kann - dann ist es was Gutes. Und zudem schmecke ich noch "fränkisches Obst", noch besser.

Das Obst kommt tatsächlich von Bäumen im Umkreis der Brennerei, von eigenen Bäumen. Sogar Williams-Birnen wachsen da und werden gebrannt. Das Ergebnis schmeckt nicht ganz so gefällig wie die bekannten Willis aus Südtiroler Obst, da war halt doch mehr Sonne dran übers Jahr. Aber tatsächlich solltet Ihr unbedingt die "fränkische Birne" probieren. Der Unterschied: der Willi ist aus einer einzigen Sorte gebrannt, die fränkische Birne aus verschiedenen Sorten, die auch noch zu verschiedenen Zeiten reif werden. Und das schmeckt! Sehr fruchtig, aber nicht "glatt", sondern, wie der Name schon sagt, "fränkisch". A bissl herb, aber keinesfalls kratzig oder gar brennend. Der Bernd Schmidt versteht offenbar sein Handwerk.

Zudem gibt es noch Kirsche (aus zugekauften Früchten, was aber der Qualität nicht schadet), einen Obstler, dem ich prinzipiell und generell nicht so sehr viel abgewinnen kann, und last but not least den fränkischsten alle Schnäpse, an Zwedschga. Der sucht seinesgleichen! 

Das ist natürlich mein persönlicher Geschmack, im Falle dieser Brennerei aber habe ich zahlreiche gute bis sehr gute bis geradezu euphorische Kritiken auch von anderen Leuten gehört. Und das Ganze zu erstaunlichen (günstigen) Preisen!

Landmetzgerei und Obstbrennerei Bernd Schmidt
Wintersteiner Straße 4
91245 Großengsee
09155/569