Jetzt hab ich den Christrosenwald bei Hohenstadt gelobt (zu Recht), und dann festgestellt, dass ich ganz vergessen habe, eine weitere natürliche Sensation zu posten: den Märzenbecherwald bei Algersdorf.
Beide sind auch deshalb in einem Atemzug zu nennen, das sie nahezu gleichzeitig "da sind" und das ganz früh im Jahr, wo man sich ja ohnehin nach frischem Grün und Blüten - halt nach Frühling sehnt.
Also dann: Algersdorf liegt im Sittenbachtal, wenn man von Hersbruck Richtung Hormersdorf fährt. Nächstgrößerer Ort in der Nähe ist Kirchensittenbach. Oberhalb von Algersdorf ist er dann, der Märzenbecherwald. Mittlerweile ist es kein Geheimtipp mehr, es gibt sogar Wegweiser. Nicht Richtung Entmersberg die Teerstraße hochlaufen, sondern die andere nehmen (Richtung Morsbrunn und erkennbar daran, dass sie um diese Jahreszeit gesperrt ist - für Autos).
Dann, nach ein paar Serpentinen, folgt man der Markierung "Fränkischer Gebirgsweg". Da ist dann auch wieder ein Wegweiser zu den Märzenbechern.
Gscheite Schuhe sind obligatorisch, es ist zwar nicht weit, aber meistens dreckig.
Und dann:
Einzeln sind sie ja schon schön (die Bilder sind vom 1. März 2016, da hat es in der Nacht ein paar Zentimeter geschneit gehabt). Aber man muss dort den riesigen Teppich dieser Blüten gesehen haben, riesige Mengen blühen da auf engem Raum. Und außenrum noch die spätwinterliche Natur, kaum Farben, alles noch abwartend, nichts traut sich raus. Diese Blütenmenge muss man sehen, fotografieren lässt sich das nur schlecht.
Also: selber hingehen! Sehr lohnend!
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Dienstag, 8. März 2016
Sonntag, 6. März 2016
giftige Schönheiten
Der Winter 2015/16 ist ja nahezu ausgefallen, obwohl er einige Superlative aufweisen konnte: schneeärmster, trübster, wärmster, ... Überwiegend also langweilig.
Nicht gelangweilt hat sich (wie immer) die Natur. Sie macht alles wie immer und stört sich nicht an "zu wenig Schnee" oder ähnlichen unbefriedigten menschlichen Bedürfnissen. Letztens war ich in Hohenstadt (Gemeinde Pommelsbrunn) und hab den Christrosenwald besucht. Das ist wieder nahe am Paradies, wenn es denn ein solches gibt; zumindest jeder Naturliebhaber wird es jedoch tatsächlich als paradiesisch empfinden.
Giftig ist die ganze Pflanze, aber man will sie ja nicht essen. Eigentlich will man sie nicht mal anfassen, sondern nur anschauen und sich an der natürlichen Schönheit erfreuen. Und, im Falle des Christrosenwalds, an der schieren Menge und der vielen unterschiedlichen Farben. Einfach prachtvoll!
Wie kommt man hin? Hohenstadt, beim Friedhof, beim Kriegerdenkmal (Adlerstraße).
Parken ist da oben schlecht möglich, aber einfach mal probieren. Oberhalb des Friedhofs bzw. beim Kriegerdenkmal rechts am Wasserbehälter vorbei in den Wald laufen, sind bloß ein paar Meter zu laufen (dennoch: kann natürlich nass und dreckig sein). Und dann:
Wer will, kann dann noch eine kleine Wanderung anschließen:
http://www.naturfreunde-pommelsbrunn.de/images/pdf/Downloadseiten/Hohenstaedter-Fels.pdf
Sonntag, 23. August 2015
Der Weltrekord-Bierwanderweg in Aufseß
Aufseß - mitten drin in Oberfranken. In der Nähe Heiligenstadt oder auch von Hollfeld, hilft aber nix, denn diese Städtchen kennt man nicht, wenn man nicht aus der Gegend kommt. Aber dennoch eine Reise wert, denn die Gemeinde Aufseß steht seit 2000 im Guiness-"Buch der Rekorde": weltweit die größte Brauerei-Dichte, gemessen an der Einwohnerzahl. Genau sind es vier Brauereien für 1400 Leute, also steht für 350 Leute eine Brauerei zur Verfügung. Das ist schon beruhigend.
Natürlich wird das mit einem "Brauereienweg" vermarktet. Der ist nach eigenen Erfahrungen knapp 14 km lang bei einem Höhenunterschied (rauf und runter) von 430 m. Gemütlich gelaufen brauchte ich etwas über drei Stunden (an einem der heißesten Tag im Jahr, am 13.08.2015, einem Donnerstag), diese Zeit verlängert sich natürlich deutlich durch die Aufenthalte in den Brauereien.
Vorab: lohnend! Schöne abwechslungsreiche fränkische Landschaft, und in kurzer Zeit vier verschiedene Biere zu probieren hat schon was.
Los ging es in Aufseß selber beim Brauereigasthof Rothenbach (Im Tal 70; da kann man gut parken, auch weiter Richtung Neuhaus gibt es noch viele Parkplätze). Die Brauerei gibt es schon seit 1823, und ich habe mir gedacht, da kann sie auch noch ein paar Stunden warten, bis ich das Bier probiere. Also gleich los Richtung Neuhaus/Sachsendorf, im Uhrzeigersinn also (und nicht gegenüber der Gaststätte den Berg hoch).
Der Weg ist ausnehmend gut markiert, man kann ihn auch in überhopftem Zustand nicht verfehlen. Immer an der Aufseß entlang, erst durch den Ort, dann unterhalb von Schloss Oberaufseß weiter bis nach Neuhaus. Weil es so heiß war bin ich auf dem Weg im Tal geblieben - es gibt jedoch einige Varianten, bei denen man den markanten Felsformationen näher kommen kann. Die Straße im Tal ist jedoch auch schön, was den Anblick der Felsen betrifft, und sie hat den Vorteil, dass man in Sachsendorf gleich an der Brauerei Stadter, dem ersten Ziel, vorbei kommt. (Die Variante Feld- und Waldweg trifft weiter oben auf Sachsendorf, so dass man "absteigen" muss.)
Sachsendorf also, Brauerei Stadter - Brauereigasthof, besser gesagt. Die Geschichte dieser Brauerei geht bis ins Jahr 1552 zurück, die Familie Stadter braut schon in der vierten Generation. Einfacher Gasthof, einfacher Biergarten direkt an der (wenig befahrenen) Straße. Und ein ausgezeichnetes Bier: mitteldunkel, schön gehopft - ein Genuss! Auf meiner eigenen Skala von 1 bis 10 gibt's die Wertung 7,5.
Weiter geht es. Und jetzt einige meter richtig bergauf. Am Feuerwehrhaus vorbei erreicht der Weg die Hochfläche, und da ist jetzt eine Stunde lang die Katz gfreggd. Typisch fränkisch auch das, aber eher langwierig zu laufen. Bis man dann zur nächsten Brauerei kommt, zum Reichold in Hochstahl. Bis jetzt sind es so zehn Kilometer gewesen, also zwei Drittel sind geschafft.
Der Brauereigasthof samt Brauerei existiert seit 1906. Es gibt einen Wohnmobilparkplatz und eine Pension, der Biergarten liegt auch hier direkt an der (etwas mehr befahrenen) Straße, wie in Sachsendorf ist es eigentlich kein Garten, aber man sitzt schön unter großen Schirmen und kann gut essen. Ich hab das schon beim Stadter gemacht, die größere Auswahl gibt es allerdings hier. Das Bier ist schön dunkel, aber irgendwie etwas geschmacksarm, nicht direkt schlecht natürlich, aber im Vergleich zum Stadter-Bier fällt es schon ab - 6,5 Punkte. Komma drinkn...
Nächste Station nach relativ kurzem Weg ist Heckenhof. Kennt kein Mensch unter diesem namen, sondern alle rennen zur Kathi-Bräu. Das ist tatsächlich so, an der Größe der Anlage kann man ablesen, für wie viele Menschen das Gelände gedacht ist. Der Biergarten verdient den Namen, keine Straße in der Nähe, aber... An Wochenenden kommen neben den Bierwanderern auch noch viele viele Motorradfahrer dazu.
Aber ich bin ja an einem Donnerstag da und deshalb ist alles sehr entspannt. Das Gebäude war früher mal ein Schloss, 1802 beginnt die Brautradition. Von 1954 bis 1993 bewirtschaftete die Kathi als Eigentümerin und Brauerei-Chefin den Gasthof und den großen Biergarten. Die hab ich noch persönlich erlebt, heute würde man sagen, die Frau ist ult, aber damals war sie einfach eine nette, resolute, arbeitsame Frau, die den Laden zusammengehalten hat, egal was los war. Damals ist man eher zum Trinken hingegangen, mit dem Essen war das so eine Sache, und renoviert hätte auch mal gehört... Seit dem Tode der Kathi bis heute macht das alles ihr ehemaliger Braumeister, es ist alles gut in Schuss und es gibt nix zu meckern. Das Bier ist das bisher dunkelste und bekommt eine glatte 7.
Der Rest des Weges verläuft über den Parkplatz der Kathi-Bräu - da ist man schon müde, wenn man den überquert hat, so ausgedehnt ist der. Wieder ein Hinweis darauf, was da an Wochenenden los sein muss... Danach geht es recht steil runter nach Aufseß, und wenn man nicht richtig bremsen kann, wird man vom Gasthof Rothenbach aufgehalten, dem Ausgangspunkt der Tour. Und jetzt auch der letzte Gasthof der letzten Brauerei am Weg. Ein "richtiger" großer Gasthof, mit einem richtigen Biergarten. Übernachten kann man auch. Aber isch will bloß ein Bier trinken - und das kriegt dann auch eine 7, aber unterhalb der Kathi.
Einige praktische Hinweise:
Natürlich kann man den Weg von Aufseß aus auch gegen den Uhrzeigersinn laufen. Dann geht es allerdings gleich und heftig bergauf, die Kathi liegt ja schon auf der Hochfläche. Die andere Variante beginnt langsam und man kann sich schön einlaufen. Außerdem dauert es länger, bis die erste Brauerei kommt (Stadter), und dann dauert es nochmal bis zur nächsten (Reichold). Das ist für die Kondition zuträglicher, weil man sonst schon ziemlich früh Bier im Bauch hat und der längere Teil des Wegs noch vor einem liegt.
Wie alle Bierwanderwege erfreut sich auch diese großen Zuspruchs. Und leider kommen neben häufig einfach viel zu vielen Leuten auch solche dazu, die sich nicht benehmen können oder wollen. Das ist kein Spaß. Ich habe mit den Wirtsleuten in allen Gasthöfen gesprochen und durchweg das Gleiche gehört: "was da manchmal los ist, das wollen Sie gar nicht wissen!". Also: wer kann, macht solche Wanderungen an einem Werktag, höchstens noch am Sonntag, aber keinesfalls an einem Samstag. Das Gleiche gilt, wenn man übernachten will: Samstag auf Sonntag kann man jetzt für 2017 vorbestellen...
Natürlich gibt es noch was zur Erinnerung: wer in allen Brauereien was verzehrt hat, wird zum "Fränkischen Ehrenbiertrinker" ernannt. Das ist doch auch was...
Natürlich wird das mit einem "Brauereienweg" vermarktet. Der ist nach eigenen Erfahrungen knapp 14 km lang bei einem Höhenunterschied (rauf und runter) von 430 m. Gemütlich gelaufen brauchte ich etwas über drei Stunden (an einem der heißesten Tag im Jahr, am 13.08.2015, einem Donnerstag), diese Zeit verlängert sich natürlich deutlich durch die Aufenthalte in den Brauereien.
Vorab: lohnend! Schöne abwechslungsreiche fränkische Landschaft, und in kurzer Zeit vier verschiedene Biere zu probieren hat schon was.
Los ging es in Aufseß selber beim Brauereigasthof Rothenbach (Im Tal 70; da kann man gut parken, auch weiter Richtung Neuhaus gibt es noch viele Parkplätze). Die Brauerei gibt es schon seit 1823, und ich habe mir gedacht, da kann sie auch noch ein paar Stunden warten, bis ich das Bier probiere. Also gleich los Richtung Neuhaus/Sachsendorf, im Uhrzeigersinn also (und nicht gegenüber der Gaststätte den Berg hoch).
Der Weg ist ausnehmend gut markiert, man kann ihn auch in überhopftem Zustand nicht verfehlen. Immer an der Aufseß entlang, erst durch den Ort, dann unterhalb von Schloss Oberaufseß weiter bis nach Neuhaus. Weil es so heiß war bin ich auf dem Weg im Tal geblieben - es gibt jedoch einige Varianten, bei denen man den markanten Felsformationen näher kommen kann. Die Straße im Tal ist jedoch auch schön, was den Anblick der Felsen betrifft, und sie hat den Vorteil, dass man in Sachsendorf gleich an der Brauerei Stadter, dem ersten Ziel, vorbei kommt. (Die Variante Feld- und Waldweg trifft weiter oben auf Sachsendorf, so dass man "absteigen" muss.)
Sachsendorf also, Brauerei Stadter - Brauereigasthof, besser gesagt. Die Geschichte dieser Brauerei geht bis ins Jahr 1552 zurück, die Familie Stadter braut schon in der vierten Generation. Einfacher Gasthof, einfacher Biergarten direkt an der (wenig befahrenen) Straße. Und ein ausgezeichnetes Bier: mitteldunkel, schön gehopft - ein Genuss! Auf meiner eigenen Skala von 1 bis 10 gibt's die Wertung 7,5.
Weiter geht es. Und jetzt einige meter richtig bergauf. Am Feuerwehrhaus vorbei erreicht der Weg die Hochfläche, und da ist jetzt eine Stunde lang die Katz gfreggd. Typisch fränkisch auch das, aber eher langwierig zu laufen. Bis man dann zur nächsten Brauerei kommt, zum Reichold in Hochstahl. Bis jetzt sind es so zehn Kilometer gewesen, also zwei Drittel sind geschafft.
Der Brauereigasthof samt Brauerei existiert seit 1906. Es gibt einen Wohnmobilparkplatz und eine Pension, der Biergarten liegt auch hier direkt an der (etwas mehr befahrenen) Straße, wie in Sachsendorf ist es eigentlich kein Garten, aber man sitzt schön unter großen Schirmen und kann gut essen. Ich hab das schon beim Stadter gemacht, die größere Auswahl gibt es allerdings hier. Das Bier ist schön dunkel, aber irgendwie etwas geschmacksarm, nicht direkt schlecht natürlich, aber im Vergleich zum Stadter-Bier fällt es schon ab - 6,5 Punkte. Komma drinkn...
Nächste Station nach relativ kurzem Weg ist Heckenhof. Kennt kein Mensch unter diesem namen, sondern alle rennen zur Kathi-Bräu. Das ist tatsächlich so, an der Größe der Anlage kann man ablesen, für wie viele Menschen das Gelände gedacht ist. Der Biergarten verdient den Namen, keine Straße in der Nähe, aber... An Wochenenden kommen neben den Bierwanderern auch noch viele viele Motorradfahrer dazu.
Aber ich bin ja an einem Donnerstag da und deshalb ist alles sehr entspannt. Das Gebäude war früher mal ein Schloss, 1802 beginnt die Brautradition. Von 1954 bis 1993 bewirtschaftete die Kathi als Eigentümerin und Brauerei-Chefin den Gasthof und den großen Biergarten. Die hab ich noch persönlich erlebt, heute würde man sagen, die Frau ist ult, aber damals war sie einfach eine nette, resolute, arbeitsame Frau, die den Laden zusammengehalten hat, egal was los war. Damals ist man eher zum Trinken hingegangen, mit dem Essen war das so eine Sache, und renoviert hätte auch mal gehört... Seit dem Tode der Kathi bis heute macht das alles ihr ehemaliger Braumeister, es ist alles gut in Schuss und es gibt nix zu meckern. Das Bier ist das bisher dunkelste und bekommt eine glatte 7.
Der Rest des Weges verläuft über den Parkplatz der Kathi-Bräu - da ist man schon müde, wenn man den überquert hat, so ausgedehnt ist der. Wieder ein Hinweis darauf, was da an Wochenenden los sein muss... Danach geht es recht steil runter nach Aufseß, und wenn man nicht richtig bremsen kann, wird man vom Gasthof Rothenbach aufgehalten, dem Ausgangspunkt der Tour. Und jetzt auch der letzte Gasthof der letzten Brauerei am Weg. Ein "richtiger" großer Gasthof, mit einem richtigen Biergarten. Übernachten kann man auch. Aber isch will bloß ein Bier trinken - und das kriegt dann auch eine 7, aber unterhalb der Kathi.
Einige praktische Hinweise:
Natürlich kann man den Weg von Aufseß aus auch gegen den Uhrzeigersinn laufen. Dann geht es allerdings gleich und heftig bergauf, die Kathi liegt ja schon auf der Hochfläche. Die andere Variante beginnt langsam und man kann sich schön einlaufen. Außerdem dauert es länger, bis die erste Brauerei kommt (Stadter), und dann dauert es nochmal bis zur nächsten (Reichold). Das ist für die Kondition zuträglicher, weil man sonst schon ziemlich früh Bier im Bauch hat und der längere Teil des Wegs noch vor einem liegt.
Wie alle Bierwanderwege erfreut sich auch diese großen Zuspruchs. Und leider kommen neben häufig einfach viel zu vielen Leuten auch solche dazu, die sich nicht benehmen können oder wollen. Das ist kein Spaß. Ich habe mit den Wirtsleuten in allen Gasthöfen gesprochen und durchweg das Gleiche gehört: "was da manchmal los ist, das wollen Sie gar nicht wissen!". Also: wer kann, macht solche Wanderungen an einem Werktag, höchstens noch am Sonntag, aber keinesfalls an einem Samstag. Das Gleiche gilt, wenn man übernachten will: Samstag auf Sonntag kann man jetzt für 2017 vorbestellen...
Natürlich gibt es noch was zur Erinnerung: wer in allen Brauereien was verzehrt hat, wird zum "Fränkischen Ehrenbiertrinker" ernannt. Das ist doch auch was...
Mittwoch, 12. August 2015
Burg Hartenstein
Wenn man die Auffahrt zur Burg endlich gefunden hat, wird man belohnt mit einmaliger Aussicht (vor dem Essen unbedingt den (kurzen) Rundgang machen!).
Innen (Restaurant Touché) und außen (Burggarten) kann man gut sitzen und sich vom freundlichen Personal mit guten, teilweise gewagt kombinierten Speisen verwöhnen lassen. Auch die (jahreszeitlich wechselnden) Cocktails sind nicht zu verachten.
Und ganz neu: die lassen jetzt ein eigenes "Burg-Bier" brauen! Ein fast schwarzes Weizen, intensiver Geschmack - unbedingt probieren! Für dieses Bier gibt’s 10 Punkte!
Noch ein leicht schräger Tipp: unbedingt die Toilette aufsuchen, auch ohne entsprechendes akutes Bedürfnis. Ich kenne kein anderes Stilles Örtchen, von dem aus man einen ähnlich spektakulären Ausblick hat!
91235 Hartenstein | 09152/921678 | täglich ab 11:00 Uhr
Innen (Restaurant Touché) und außen (Burggarten) kann man gut sitzen und sich vom freundlichen Personal mit guten, teilweise gewagt kombinierten Speisen verwöhnen lassen. Auch die (jahreszeitlich wechselnden) Cocktails sind nicht zu verachten.
Und ganz neu: die lassen jetzt ein eigenes "Burg-Bier" brauen! Ein fast schwarzes Weizen, intensiver Geschmack - unbedingt probieren! Für dieses Bier gibt’s 10 Punkte!
Noch ein leicht schräger Tipp: unbedingt die Toilette aufsuchen, auch ohne entsprechendes akutes Bedürfnis. Ich kenne kein anderes Stilles Örtchen, von dem aus man einen ähnlich spektakulären Ausblick hat!
91235 Hartenstein | 09152/921678 | täglich ab 11:00 Uhr
Mittwoch, 5. August 2015
Forellen? Zum Fichtenpark Unternaifermühle
Aha, Unternaifermühle. Nie gehört. Und hört sich irgendwie "klein" an. Und, tatsächlich: es gibt auch eine Mittelnaifermühle und eine Obernaifermühle.
Die U. ist auch tatsächlich klein, eigentlich besteht das Dorf nur aus der Gaststätte und noch zwei Häusern. Das Ganze befindet sich im schönen Naifertal. Auch noch nie gehört? Wenn man von Simmelsdorf nach Diepoltsdorf und dann Richtung Großengsee fährt - das ist das Naifertal. An sich schon eine Reise wert, weil die Landschaft so schön ist. Und man kommt auf dem Weg an St. Helena vorbei, wo der Töppmann sein berühmtes Holzofenbrot backt.
Aber wir wollen ja im Fichtenpark einkehren.
Traumhafte Lage im Tal, am Wald, am Bach, bei den vielen Fischweihern. Und das sollte auch die Wahl sein, obwohl die Speisekarte "fränkisch" ist. Karpfen (in den "R"-Monaten) auf den Punkt gebacken und gut gewürzt. Forellen in verschiedenen Zubereitungsarten (ja, vielleicht sollte jeder was anderes bestellen, dann kann man reihum probieren...). Und jede Art ist unbeschreiblich frisch und gut gemacht. Frische ist ja kein Wunder, der Weg vom Forellenteich auf den Teller ist kurz.
Parken kein Problem, kleiner Biergarten (macht nix, dass die Straße daran vorbeiführt - kaum Verkehr). Sonntags besser reservieren: 09155 814.
Zu viel gegessen? Hier noch ein Wandertipp:
Gegenüber dem Wirtshaus, auf der anderen Talseite, geht ein Wanderweg los. Der geht, man befindet sich ja im Tal, erstmal richtig nach oben. Dort erwartet einen dann ein Netz von Wanderwegen. Mein Vorschlag: Weg Nr. 10 rot. Links oder rechts rum ist egal. Auf jeden Fall erwartet einen abwechslungsreiches Gelände (kaum mehr Steigungen) ohne viele Ortsdurchquerungen auf der Hochfläche der Frankenalb. Der Rundweg ist etwas mehr als sechs Kilometer lang und wirklich lohnend. Hinterher kann man ja überlegen, ob man sich noch einen Nachmittagskaffee (mit Kuchen, natürlich) gönnt...
Die U. ist auch tatsächlich klein, eigentlich besteht das Dorf nur aus der Gaststätte und noch zwei Häusern. Das Ganze befindet sich im schönen Naifertal. Auch noch nie gehört? Wenn man von Simmelsdorf nach Diepoltsdorf und dann Richtung Großengsee fährt - das ist das Naifertal. An sich schon eine Reise wert, weil die Landschaft so schön ist. Und man kommt auf dem Weg an St. Helena vorbei, wo der Töppmann sein berühmtes Holzofenbrot backt.
Aber wir wollen ja im Fichtenpark einkehren.
Traumhafte Lage im Tal, am Wald, am Bach, bei den vielen Fischweihern. Und das sollte auch die Wahl sein, obwohl die Speisekarte "fränkisch" ist. Karpfen (in den "R"-Monaten) auf den Punkt gebacken und gut gewürzt. Forellen in verschiedenen Zubereitungsarten (ja, vielleicht sollte jeder was anderes bestellen, dann kann man reihum probieren...). Und jede Art ist unbeschreiblich frisch und gut gemacht. Frische ist ja kein Wunder, der Weg vom Forellenteich auf den Teller ist kurz.
Parken kein Problem, kleiner Biergarten (macht nix, dass die Straße daran vorbeiführt - kaum Verkehr). Sonntags besser reservieren: 09155 814.
Zu viel gegessen? Hier noch ein Wandertipp:
Gegenüber dem Wirtshaus, auf der anderen Talseite, geht ein Wanderweg los. Der geht, man befindet sich ja im Tal, erstmal richtig nach oben. Dort erwartet einen dann ein Netz von Wanderwegen. Mein Vorschlag: Weg Nr. 10 rot. Links oder rechts rum ist egal. Auf jeden Fall erwartet einen abwechslungsreiches Gelände (kaum mehr Steigungen) ohne viele Ortsdurchquerungen auf der Hochfläche der Frankenalb. Der Rundweg ist etwas mehr als sechs Kilometer lang und wirklich lohnend. Hinterher kann man ja überlegen, ob man sich noch einen Nachmittagskaffee (mit Kuchen, natürlich) gönnt...
Engel Apotheke Bad Mergentheim
Ja, ja, ich weiß: "Über Leben in Franken" und dann Bad Mergentheim? Ist ja fast noch Franken, heißt auch "Tauberfranken" - und schön ist es auch. Der Dialekt ist allerdings kaum mehr fränkisch zu nennen... Und man darf in den Gaststätten rauchen - ist man gar nicht mehr gewohnt.
Also dann: die Engel Apotheke am Marktplatz 8.
Nicht ganz leicht zu finden ("Apotheke" ist am Gebäude dominierend, "Restaurant" übersehbar), und dann: innen wenige Plätze (außen viel Platz, aber halt wetterabhängig), meistens voll, viele Einheimische (die wissen ja wohl am Besten, wo sie hingehen und wohin nicht). Aber unbedingt versuchen, sich irgendwo dazu zu setzen - es lohnt sich.
Viel "Hausmannskost" (Spätzle, Linsen, nicht direkt low carb...), gut und preislich sehr angemessen. Wir haben zu zweit für Essen und Trinken 16 € gebraucht (ich hatte der Bedienung gesagt, dass sie ruhig beide Personen zusammen auf eine Rechnung nehmen kann - das hat sie dann erstaunt bejaht...). Dazu das schöne Ambiente einer früheren Apotheke, freundliche, aufmerksame Bedienung - schön!
Also dann: die Engel Apotheke am Marktplatz 8.
Nicht ganz leicht zu finden ("Apotheke" ist am Gebäude dominierend, "Restaurant" übersehbar), und dann: innen wenige Plätze (außen viel Platz, aber halt wetterabhängig), meistens voll, viele Einheimische (die wissen ja wohl am Besten, wo sie hingehen und wohin nicht). Aber unbedingt versuchen, sich irgendwo dazu zu setzen - es lohnt sich.
Viel "Hausmannskost" (Spätzle, Linsen, nicht direkt low carb...), gut und preislich sehr angemessen. Wir haben zu zweit für Essen und Trinken 16 € gebraucht (ich hatte der Bedienung gesagt, dass sie ruhig beide Personen zusammen auf eine Rechnung nehmen kann - das hat sie dann erstaunt bejaht...). Dazu das schöne Ambiente einer früheren Apotheke, freundliche, aufmerksame Bedienung - schön!
Sonntag, 17. Mai 2015
Zum grünen Tal, Pommer: richtig Franken
Pommer? Wo ist das denn? Tatsächlich etwas abseits: zwischen Walkersbrunn und Weingarts. Aha. Und wo ist das?
Also gut:
https://www.google.de/maps/place/Pommer,+91338+Igensdorf/@49.6535564,11.174016,17z/data=!3m1!4b1!4m2!3m1!1s0x47a1f00d817075bf:0x0a1eda35360a2a60
Das ist ein Wirtshaus: altes Gebäude (schaut euch mal die dicken Mauern an), innen behutsam renoviert, alter Baum davor (draußen sitzen kann man auch). Das Essen: ein Traum. Die ganzen fränkischen Schätze, haus- und handgemacht. Ich habe keinen Favoriten, Schweinebraten, Sauerbraten, Schäufele, Bratwürste, alles da, alles gut. Und dazu ein (oder vielleicht zwei?) Bremer-Öl - das gute Lindenbräu aus Gräfenberg.
Außenrum ein schönes Wandergebiet (die großen Portionen wollen ja wieder kompensiert sein), der Hetzleser Berg. Viele markierte Wege (eine Karte ist trotzdem hilfreich).
Dienstag und Mittwoch Ruhetag, am Wochenende Reservierung empfehlenswert (09192-7174).
Gesamtbewertung: a Draum!
Also gut:
https://www.google.de/maps/place/Pommer,+91338+Igensdorf/@49.6535564,11.174016,17z/data=!3m1!4b1!4m2!3m1!1s0x47a1f00d817075bf:0x0a1eda35360a2a60
Das ist ein Wirtshaus: altes Gebäude (schaut euch mal die dicken Mauern an), innen behutsam renoviert, alter Baum davor (draußen sitzen kann man auch). Das Essen: ein Traum. Die ganzen fränkischen Schätze, haus- und handgemacht. Ich habe keinen Favoriten, Schweinebraten, Sauerbraten, Schäufele, Bratwürste, alles da, alles gut. Und dazu ein (oder vielleicht zwei?) Bremer-Öl - das gute Lindenbräu aus Gräfenberg.
Außenrum ein schönes Wandergebiet (die großen Portionen wollen ja wieder kompensiert sein), der Hetzleser Berg. Viele markierte Wege (eine Karte ist trotzdem hilfreich).
Dienstag und Mittwoch Ruhetag, am Wochenende Reservierung empfehlenswert (09192-7174).
Gesamtbewertung: a Draum!
Mittwoch, 18. Februar 2015
Bratwurstherzle, Brunnengasse 11, 90402 Nürnberg,
“Typisch für Nürnberg!”
Nürnberg wird ja mit Lebkuchen und Bratwürsten in Verbindung gebracht - sehr zu Recht, was Bratwürste betrifft! Viel bessere wird man in Nürnberg nicht finden, und das alles in einem (kleinen) Lokal mit viel Flair. Nicht für Touristen gemacht, sondern "schon immer so" (Teile der Einrichtung/des Wandschmucks wurden während des 2. Weltkriegs ausgebaut, eingelagert und nach dem Krieg wieder verwendet - vieles ist "original"). Die häufig beschriebene "Freundlichkeit" des Personals ist auch "original", original fränkisch nämlich. So geht das: sag, was Du willst, dann bekommst Du es auch. Man kann ja miteinander reden.
Immer offen, immer viel los (größere Gruppen sind ohne Reservierung ohne Chance).
Nürnberg wird ja mit Lebkuchen und Bratwürsten in Verbindung gebracht - sehr zu Recht, was Bratwürste betrifft! Viel bessere wird man in Nürnberg nicht finden, und das alles in einem (kleinen) Lokal mit viel Flair. Nicht für Touristen gemacht, sondern "schon immer so" (Teile der Einrichtung/des Wandschmucks wurden während des 2. Weltkriegs ausgebaut, eingelagert und nach dem Krieg wieder verwendet - vieles ist "original"). Die häufig beschriebene "Freundlichkeit" des Personals ist auch "original", original fränkisch nämlich. So geht das: sag, was Du willst, dann bekommst Du es auch. Man kann ja miteinander reden.
Immer offen, immer viel los (größere Gruppen sind ohne Reservierung ohne Chance).
Mittwoch, 28. Januar 2015
Fränkisch, aber auch mehr
Ja, der Zwinger Melber ist ein fränkisches Wirtshaus - schon optisch: einmalig schönes Fachwerkgebäude außen, viele Holzbalken innen (Vorsicht, niedrige Türen!). Die fränkischen Gerichte auf der Karte sind über jeden Zweifel erhaben. Immer auf die Tagesgerichte achten! Und auch mal den "Experimenten" etwas zutrauen: neben Schäuferla & Co. gibt oft was aus dem Wok, Nudelgerichte und Ähnliches. Empfehlenswert! Im Sommer schöne Terrasse im Stadtgraben. Freundliches Personal. Angemessen Preise. Parkplätze am Ende der Mauergasse, gleich hinter der Gaststätte.
Donnerstag, 6. November 2014
Schoppenhäusle, Volkach
| Zur Einstimmung ein Rausch in Pastellfarben |
Über das Weingut Erhard, zu dem das Schoppenhäusle gehört, haben wir eine "Quittenwanderung" mit anschließendem "Quittenmenu" gebucht.
| ein schöner Anblick - und man kann sooo viel daraus machen! |
| Weinberg im Herbst - warum immer nur VOR der Ernte Fotos machen? |
| bei Escherndorf |
| Rückfahrt von Escherndorf nach Volkach mit der Mainschleifenbahn (Schienenbus aus dem Jahr 1960) |
Nach einer informativen und angenehmen Wanderung von Volkach nach Escherndorf gab's ein Vier-Gang-Menu mit korrespondierenden Weinen im Schoppenhäusle, das zum Weingut Erhard gehört.
Zusammenfassend: sehr empfehlenswert, gerade in der Kombination "wandern und genießen".
Erstaunlich, was man aus Quitten alles zaubern kann: ausgezeichnetes Confit zur warm geräucherten Entenbrust, Lauch-Quittengemüse zu Lendchen (zum niederknien!), Quittenknödel mit Tonkabohnenparfait... beim Schreiben läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen!
Schön gemachtes Ambiente, aufmerksame und freundliche Bedienung, und sehr passende Weine. Eine Auswahl dieser reellen Tropfen bei der Wanderung, weitere beim Essen - ein guter Überblick. Empfehlenswert: der 2013er M-TH im Bocksbeutel (vom Winzer-Zusammenschluss Frank & Frei), die 2013er Weißwein Cuvée und auch der 2013er Schwarzriesling, der besonders gut gelungen ist. Ein Highlight ist der 2013er Secco Saignée, ein Rotling-Secco auch von Frank & Frei. Und das alles zu sehr fairen Preisen!
Wirklich eine Reise wert! Muss ja in dieser Gegend nicht immer ein Weinfest sein. Solche Kollektiv-Besäufnisse mag ich eh nicht, und wie sollte es überhaupt im Herbst Weinfeste geben? Da feiern doch eigentlich die Winzer (und ihre Gäste), aber gerade im Herbst haben die Winzer doch einen Haufen Arbeit und gar keine Zeit zum Feiern...
Dienstag, 7. Oktober 2014
Looshaus, Payerbach, Österreich
Über-Leben ist natürlich auch außerhalb Frankens möglich und sinnvoll!
Ein Besuch im Loos-Haus in Payerbach an der Rax (Restaurant und Hotel). Das Ganze findet statt in Niederösterreich in der Semmering-Gegend - wer mal in der Nähe ist, sollte sich das unbedingt mal anschauen.
Was mir daran gefällt? Wenn man hier in der Gegend von Rax /Schneeberg /Semmering ist, sind das "noch" die Alpen, aber sie sind nicht mehr ganz so gewaltig - obwohl, über 2000m geht es schon noch rauf. Es gibt alle Attribute, die man mit den Alpen verbindet: einmalige Landschaft, viele Möglichkeiten, sich draußen aufzuhalten und abzuschinden, Hütten und Gasthäuser und Restaurants - und all das.
Und noch mehr: die Gegend war/ist die Sommerfrische der Wiener, und viele Reiche und Superreiche haben sich damals (und heute) hier niedergelassen; es gibt eine ganze Reihe von noblen Jagdhäusern, Villen, Schlösschen und Schlössern. Früher haben die sich ihre Häuser von bekannten Architekten bauen lassen.
Einer davon war der Industrielle Paul Khuner. Lebensmittelhersteller. Die Firma gibt es noch heute, unter dem Namen "Kuner" ohne h. Die Produkte sind in Österreich ein Begriff, Mayonnaise hauptsächlich und Grillsaucen.
1928/1929 hat eben dieser Paul Khuner (mit h) dem Architekten Adolf Loos den Auftrag erteilt, ein Landhaus am Kreuzberg (oberhalb von Payerbach) zu errichten. Das Gebäude wurde 1930 fertig gestellt und wurde von der Familie privat genutzt. Das Haus überstand den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit, bis es 1959 von der Großmutter der Steiner-Geschwister, der heutigen Besitzer, erworben, restauriert und zu einem Hotel-Restaurant umgebaut wurde. Seit 1963 steht das Looshaus unter Denkmalschutz. Näheres zur jüngeren Geschichte: http://www.looshaus.at/media/upload/Looshaus_3__Zeitung.pdf
Und jetzt ist es ein Restaurant und ein Hotel.
Sehr gut essen und trinken kann man da, Speisen mit regionalem und jahreszeitlichem Einschlag auf sehr hohem Niveau. Immer frisch, viele Sachen kommen aus der unmittelbaren Umgebung des Looshaus, der Chef geht in die Beeren und in die Pilze. Umfangreicher Weinkeller. Angemessene Preise.
Und sehr gut wohnen kann man auch. Sinnvoll allerdings ist es nur im 1. Stock, das Geschoss darüber ist doch recht einfach und vor Allem eng. Ansonsten ist jedes Zimmer anders - anders eingerichtet, anders gestaltet, jedesmal mit eigenem, unverwechselbaren Ambiente. Angemessene Preise auch hier.
Was so schön ist: die Architektur ist schlicht, funktional, manchmal einfach. Viele gerade Linien. Lebhafte Farben. Nichts verspieltes. Immer bequem, immer "für Menschen gemacht". Kein Berghütten-Charakter, kein Zuckerbäcker-Stil. Der Adolf Loos wusste, was er entwarf...
Und außenrum beeindruckende Gebirgslandschaft.
Und das passt so gut zusammen!
Hotel-Restaurant Looshaus, Familie Steiner
Kreuzberg 60, 2650 Payerbach, Austria
Tel.: +43 2666 52911, steiner@looshaus.at, www.looshaus.at
Hier ein paar Eindrücke. Mich hat der Gegensatz der vielen Geraden und der Kugeln fasziniert.
Ein Besuch im Loos-Haus in Payerbach an der Rax (Restaurant und Hotel). Das Ganze findet statt in Niederösterreich in der Semmering-Gegend - wer mal in der Nähe ist, sollte sich das unbedingt mal anschauen.
Was mir daran gefällt? Wenn man hier in der Gegend von Rax /Schneeberg /Semmering ist, sind das "noch" die Alpen, aber sie sind nicht mehr ganz so gewaltig - obwohl, über 2000m geht es schon noch rauf. Es gibt alle Attribute, die man mit den Alpen verbindet: einmalige Landschaft, viele Möglichkeiten, sich draußen aufzuhalten und abzuschinden, Hütten und Gasthäuser und Restaurants - und all das.
Und noch mehr: die Gegend war/ist die Sommerfrische der Wiener, und viele Reiche und Superreiche haben sich damals (und heute) hier niedergelassen; es gibt eine ganze Reihe von noblen Jagdhäusern, Villen, Schlösschen und Schlössern. Früher haben die sich ihre Häuser von bekannten Architekten bauen lassen.
Einer davon war der Industrielle Paul Khuner. Lebensmittelhersteller. Die Firma gibt es noch heute, unter dem Namen "Kuner" ohne h. Die Produkte sind in Österreich ein Begriff, Mayonnaise hauptsächlich und Grillsaucen.
1928/1929 hat eben dieser Paul Khuner (mit h) dem Architekten Adolf Loos den Auftrag erteilt, ein Landhaus am Kreuzberg (oberhalb von Payerbach) zu errichten. Das Gebäude wurde 1930 fertig gestellt und wurde von der Familie privat genutzt. Das Haus überstand den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit, bis es 1959 von der Großmutter der Steiner-Geschwister, der heutigen Besitzer, erworben, restauriert und zu einem Hotel-Restaurant umgebaut wurde. Seit 1963 steht das Looshaus unter Denkmalschutz. Näheres zur jüngeren Geschichte: http://www.looshaus.at/media/upload/Looshaus_3__Zeitung.pdf
Und jetzt ist es ein Restaurant und ein Hotel.
Sehr gut essen und trinken kann man da, Speisen mit regionalem und jahreszeitlichem Einschlag auf sehr hohem Niveau. Immer frisch, viele Sachen kommen aus der unmittelbaren Umgebung des Looshaus, der Chef geht in die Beeren und in die Pilze. Umfangreicher Weinkeller. Angemessene Preise.
Und sehr gut wohnen kann man auch. Sinnvoll allerdings ist es nur im 1. Stock, das Geschoss darüber ist doch recht einfach und vor Allem eng. Ansonsten ist jedes Zimmer anders - anders eingerichtet, anders gestaltet, jedesmal mit eigenem, unverwechselbaren Ambiente. Angemessene Preise auch hier.
Was so schön ist: die Architektur ist schlicht, funktional, manchmal einfach. Viele gerade Linien. Lebhafte Farben. Nichts verspieltes. Immer bequem, immer "für Menschen gemacht". Kein Berghütten-Charakter, kein Zuckerbäcker-Stil. Der Adolf Loos wusste, was er entwarf...
Und außenrum beeindruckende Gebirgslandschaft.
Und das passt so gut zusammen!
Hotel-Restaurant Looshaus, Familie Steiner
Kreuzberg 60, 2650 Payerbach, Austria
Tel.: +43 2666 52911, steiner@looshaus.at, www.looshaus.at
Hier ein paar Eindrücke. Mich hat der Gegensatz der vielen Geraden und der Kugeln fasziniert.
Sonntag, 5. Oktober 2014
Goldenes Kreuz, Coburg
In einem der ältesten Gebäude in Coburg ein sehr schön renoviertes Gasthaus. Regionale und nationale Gerichte von hoher Qualität und in einem angemessenen Preis-/Leistungsverhältnis.
Und erstaunlich: ein eigens für dieses Haus gebrautes Bier! "Kreuztrunk" von der Brauerei Hartmann in Scheßlitz-Würgau, bernsteinfarben, leichte Rauchnote - sehr süffig, ausgezeichnet. Eigens gebraut? Ich tippe mal, das Bier wird im Hartmann'schen Brauereigasthof als "Felsentrunk" angeboten - aber was soll's? Prima ist es allemal. Aber vielleicht doch lieber das Schwarzbier, "Erbschänk" genannt?
In der Gaststube sitzt man wirklich recht angenehm, im Innenhof gibt es auch noch Plätze, teilweise in Loggien zwischen alten Mauern. Vor dem Lokal ein Biergarten (so wie Biergärten mitten in der Stadt halt sind: Tische und Stühle draußen...), von dem aus man teilweise auf den Marktplatz und das schöne Rathaus schauen kann.
Wenn alle Plätze in Restaurant gleichzeitig besetzt sind, dauert der Service etwas länger, dies wird aber durch erhöhte Freundlichkeit ausgeglichen.
Goldenes Kreuz
Herrngasse 1 (rechts neben dem Stadthaus)
96450 Coburg
09561/513407
www.goldenes-kreuz-coburg.de
Und erstaunlich: ein eigens für dieses Haus gebrautes Bier! "Kreuztrunk" von der Brauerei Hartmann in Scheßlitz-Würgau, bernsteinfarben, leichte Rauchnote - sehr süffig, ausgezeichnet. Eigens gebraut? Ich tippe mal, das Bier wird im Hartmann'schen Brauereigasthof als "Felsentrunk" angeboten - aber was soll's? Prima ist es allemal. Aber vielleicht doch lieber das Schwarzbier, "Erbschänk" genannt?
In der Gaststube sitzt man wirklich recht angenehm, im Innenhof gibt es auch noch Plätze, teilweise in Loggien zwischen alten Mauern. Vor dem Lokal ein Biergarten (so wie Biergärten mitten in der Stadt halt sind: Tische und Stühle draußen...), von dem aus man teilweise auf den Marktplatz und das schöne Rathaus schauen kann.
Wenn alle Plätze in Restaurant gleichzeitig besetzt sind, dauert der Service etwas länger, dies wird aber durch erhöhte Freundlichkeit ausgeglichen.
Goldenes Kreuz
Herrngasse 1 (rechts neben dem Stadthaus)
96450 Coburg
09561/513407
www.goldenes-kreuz-coburg.de
Donnerstag, 18. September 2014
Marias Land, Puchberg am Schneeberg, Österreich
Alpenlachs und Alpannon-Angus in traumhafter Umgebung
Den Schneeberg kennt man als Tourist hauptsächlich wegen der Schneebergbahn (auch lohnend). Aber in der Nähe von Puchberg gibt es noch was ganz Besonderes: den Alpenlachs. Das ist einerseits die Marke für einen Fisch, andererseits der Fisch selbst: der Arktische Saibling (salvelinus alpinus). Liegt irgendwie nahe, eine Fischart, die „alpinus“ heißt, auch in den Alpen zu züchten (obwohl sie eigentlich im nördlichen Eismeer lebt). Und jetzt wird sie auch im Gebiet des Schneebergs gezüchtet und angeboten.
Etwas abseits von den touristischen Hauptrouten (Schneeberg halt) im Rohrbachtal liegt "Marias Land". Das ist einerseits die Fischzucht und eine ganze Reihe touristischer Angebote, andererseits ein kleines rustikales Restaurant (eher ein Wirtshaus) mit großer Terrasse. Und einer großen "Lachs-Karte". Wir haben unterschiedliche Gerichte probiert: alle ausgezeichnet zubereitet, und der Alpenlachs schmeckt hervorragend.
Für die Fleischliebhaber gibt es auch was Besonderes, Alpannon-Angus: Angus-Rinder, die sowohl auf Almen am Schneeberg (Sommer) wie auch in Pannonien (Winter) weiden. Und die so wie der Fisch perfekt zubereitet und höchst wohlschmeckend in etlichen Variationen auf den Tisch kommen.
Freundlicher Service, angemessene Preise. Und eine traumhafte Umgebung, die sich für kürzere Spaziergänge und längere Wanderungen anbietet.
Ein kleines, (noch) recht unbekanntes Paradies.
Lokal von Ende April bis Anfang November Donnerstag bis Sonntag geöffnet.
Marias Land Stüberl
Rohrbacherstraße 30
2734 Puchberg am Schneeberg
Tel: 00 43 [0] 2636 22445 bzw. 00 43 [0] 2636 22445
http://www.marias-land.at/
Den Schneeberg kennt man als Tourist hauptsächlich wegen der Schneebergbahn (auch lohnend). Aber in der Nähe von Puchberg gibt es noch was ganz Besonderes: den Alpenlachs. Das ist einerseits die Marke für einen Fisch, andererseits der Fisch selbst: der Arktische Saibling (salvelinus alpinus). Liegt irgendwie nahe, eine Fischart, die „alpinus“ heißt, auch in den Alpen zu züchten (obwohl sie eigentlich im nördlichen Eismeer lebt). Und jetzt wird sie auch im Gebiet des Schneebergs gezüchtet und angeboten.
Etwas abseits von den touristischen Hauptrouten (Schneeberg halt) im Rohrbachtal liegt "Marias Land". Das ist einerseits die Fischzucht und eine ganze Reihe touristischer Angebote, andererseits ein kleines rustikales Restaurant (eher ein Wirtshaus) mit großer Terrasse. Und einer großen "Lachs-Karte". Wir haben unterschiedliche Gerichte probiert: alle ausgezeichnet zubereitet, und der Alpenlachs schmeckt hervorragend.
Für die Fleischliebhaber gibt es auch was Besonderes, Alpannon-Angus: Angus-Rinder, die sowohl auf Almen am Schneeberg (Sommer) wie auch in Pannonien (Winter) weiden. Und die so wie der Fisch perfekt zubereitet und höchst wohlschmeckend in etlichen Variationen auf den Tisch kommen.
Freundlicher Service, angemessene Preise. Und eine traumhafte Umgebung, die sich für kürzere Spaziergänge und längere Wanderungen anbietet.
Ein kleines, (noch) recht unbekanntes Paradies.
Lokal von Ende April bis Anfang November Donnerstag bis Sonntag geöffnet.
Marias Land Stüberl
Rohrbacherstraße 30
2734 Puchberg am Schneeberg
Tel: 00 43 [0] 2636 22445 bzw. 00 43 [0] 2636 22445
http://www.marias-land.at/
Donnerstag, 24. Juli 2014
Obstbrennerei Bernd Schmidt
"Landmetzgerei und Obstbrennerei" - das ist doch mal eine gute Kombination. Hier geht es jetzt erst Mal um den Schnaps, zur Metzgerei sag ich später was.
Wenn man aus dem Aroma eines Destillats nicht nur die Obstsorte, sondern sogar den Standort der Bäume und das Wetter, das die Früchte beim Wachsen hatten, herausschmecken kann - dann ist es was Gutes. Und zudem schmecke ich noch "fränkisches Obst", noch besser.
Das Obst kommt tatsächlich von Bäumen im Umkreis der Brennerei, von eigenen Bäumen. Sogar Williams-Birnen wachsen da und werden gebrannt. Das Ergebnis schmeckt nicht ganz so gefällig wie die bekannten Willis aus Südtiroler Obst, da war halt doch mehr Sonne dran übers Jahr. Aber tatsächlich solltet Ihr unbedingt die "fränkische Birne" probieren. Der Unterschied: der Willi ist aus einer einzigen Sorte gebrannt, die fränkische Birne aus verschiedenen Sorten, die auch noch zu verschiedenen Zeiten reif werden. Und das schmeckt! Sehr fruchtig, aber nicht "glatt", sondern, wie der Name schon sagt, "fränkisch". A bissl herb, aber keinesfalls kratzig oder gar brennend. Der Bernd Schmidt versteht offenbar sein Handwerk.
Zudem gibt es noch Kirsche (aus zugekauften Früchten, was aber der Qualität nicht schadet), einen Obstler, dem ich prinzipiell und generell nicht so sehr viel abgewinnen kann, und last but not least den fränkischsten alle Schnäpse, an Zwedschga. Der sucht seinesgleichen!
Das ist natürlich mein persönlicher Geschmack, im Falle dieser Brennerei aber habe ich zahlreiche gute bis sehr gute bis geradezu euphorische Kritiken auch von anderen Leuten gehört. Und das Ganze zu erstaunlichen (günstigen) Preisen!
Landmetzgerei und Obstbrennerei Bernd Schmidt
Wintersteiner Straße 4
91245 Großengsee
09155/569
Wenn man aus dem Aroma eines Destillats nicht nur die Obstsorte, sondern sogar den Standort der Bäume und das Wetter, das die Früchte beim Wachsen hatten, herausschmecken kann - dann ist es was Gutes. Und zudem schmecke ich noch "fränkisches Obst", noch besser.
Das Obst kommt tatsächlich von Bäumen im Umkreis der Brennerei, von eigenen Bäumen. Sogar Williams-Birnen wachsen da und werden gebrannt. Das Ergebnis schmeckt nicht ganz so gefällig wie die bekannten Willis aus Südtiroler Obst, da war halt doch mehr Sonne dran übers Jahr. Aber tatsächlich solltet Ihr unbedingt die "fränkische Birne" probieren. Der Unterschied: der Willi ist aus einer einzigen Sorte gebrannt, die fränkische Birne aus verschiedenen Sorten, die auch noch zu verschiedenen Zeiten reif werden. Und das schmeckt! Sehr fruchtig, aber nicht "glatt", sondern, wie der Name schon sagt, "fränkisch". A bissl herb, aber keinesfalls kratzig oder gar brennend. Der Bernd Schmidt versteht offenbar sein Handwerk.
Zudem gibt es noch Kirsche (aus zugekauften Früchten, was aber der Qualität nicht schadet), einen Obstler, dem ich prinzipiell und generell nicht so sehr viel abgewinnen kann, und last but not least den fränkischsten alle Schnäpse, an Zwedschga. Der sucht seinesgleichen!
Das ist natürlich mein persönlicher Geschmack, im Falle dieser Brennerei aber habe ich zahlreiche gute bis sehr gute bis geradezu euphorische Kritiken auch von anderen Leuten gehört. Und das Ganze zu erstaunlichen (günstigen) Preisen!
Landmetzgerei und Obstbrennerei Bernd Schmidt
Wintersteiner Straße 4
91245 Großengsee
09155/569
Donnerstag, 17. Juli 2014
Eis
Für daheim ein Daheim-Geheimtipp:
In Speikern gibt es die Peter Leonhard GmbH; die sind ein Fachgroßhandel für Bäckerei- und Konditoreibedarf. Und die machen auch selber Eis. Und was für eines!
Bloß: wo kriegt man es? Die Eisdielen sagen ja meistens nicht, wo sie ihr Zeug her haben (es sei denn, sie machen es selber).
Lösung: direkt beim Leonhard in Speikern (Ostendstraße/Ecke Industriestraße). Durch das Tor an der Ecke reinfahren und der Beschilderung "Besucher" folgen (nicht verunsichern lassen, der Weg ist a bissl kryptisch). Und in der Verwaltung verkaufen sie viele Sorten Eis in 1 Liter-Behältern. Kostet nur € 4,50 - das ist preiswert, nicht billig! Offen Montag bis Donnerstag von 08:00 bis 15:30, am Freitag bis 13:30.
Meine Favoriten: Vanille und ganz vorn "Leonardo", mit viel Amarena-Kirschen drin. Zum Reinlegen!
In Speikern gibt es die Peter Leonhard GmbH; die sind ein Fachgroßhandel für Bäckerei- und Konditoreibedarf. Und die machen auch selber Eis. Und was für eines!
Bloß: wo kriegt man es? Die Eisdielen sagen ja meistens nicht, wo sie ihr Zeug her haben (es sei denn, sie machen es selber).
Lösung: direkt beim Leonhard in Speikern (Ostendstraße/Ecke Industriestraße). Durch das Tor an der Ecke reinfahren und der Beschilderung "Besucher" folgen (nicht verunsichern lassen, der Weg ist a bissl kryptisch). Und in der Verwaltung verkaufen sie viele Sorten Eis in 1 Liter-Behältern. Kostet nur € 4,50 - das ist preiswert, nicht billig! Offen Montag bis Donnerstag von 08:00 bis 15:30, am Freitag bis 13:30.
Meine Favoriten: Vanille und ganz vorn "Leonardo", mit viel Amarena-Kirschen drin. Zum Reinlegen!
Montag, 14. Juli 2014
Brot
Brot ist ja in Deutschland nahe an einem Heiligtum, und wenn ich mal außerhalb Deutschlands bin, dann unterschreibe ich das auch.
Aber bei uns ist ja mittlerweile das Bäckerhandwerk in große und größte Backfabriken abgewandert, und überall gibt es zudem Brot und Semmeln (Weggla) frisch gebacken, beim Aldi und Lidl usw. und in Backshops (schon der Name...). Und wen ich dann noch den Namen "Teiglinge" für das Ausgangsprodukt höre, aus dem dann "frisch gebacken" wird, dann hab ich schon gegessen (kommt gleich nach "Bratlinge").
Nicht dass in unserer Gegend der Beck oder der Wiehgärtner (Der Kalchreuther Bäcker) und all die anderen lokalen Bäckerei-Ketten was Schlechtes liefern würden - aber das ist die gleiche Sache wie mit den ganzen Fernseh-Bieren: kann man schon essen/trinken, aber es ist gleich weg, es hinterlässt keinen Eindruck, alles schmeckt immer gleich und austauschbar. Ok, zugegeben: die Sachen mit dem Zusatz "Steinofen" vom Wiehgärtner schmecken, und der Beck macht in der Gegend die besten Brezen.
Lösung: kleine Bäcker suchen und finden. Ausprobieren. Und dann bei denen kaufen.
Bei uns hab ich schätzen gelernt: den Töppmann in St. Helena (Holzofenbrotbäckerei). Mein Maßstab für Qualität ist immer das "normale" Brot. Das schmeckt wie früher; früher bedeutet die Zeit, als es noch Leute gab, die mit einem einzigen Schnitt mit einem kleinen Messer (Schneiddeiferla) von einem 6er-Laib eine gerade Scheibe runterschneiden konnten. So wie zu diesen Zeiten das Brot geschmeckt hat, so macht es der Töppmann auch noch heute. Zudem macht er noch andere Brotsorten, die überraschend gut sind. Und das Brot hält sich im Brotkasten viele Tage, ohne hart oder geschmacklos zu werden, und es schimmelt nicht. Jetzt kommt man nicht dauernd nach St. Helena (das ist bei Großengsee, aber da kommt man auch nicht dauernd hin), aber der Töppmann liefert mittlerweile in viele kleine Geschäfte oder in Dorfläden in der Gegend. Allerdings ist es doch schön, direkt im kleinen Laden in St. Helena einzukaufen, auch wenn es a bissl Zeit kostet; nicht die Anfahrt, aber man bekommt zum Brot immer auch ein freundliches Gespräch. Vorbestellen hilft: 09155/404.
Mein Brot-Favorit kommt aus Spieß, vom Ziegler (Hutzerstub'n). Der macht sein Wirtshaus ja leider nur samstags auf. Ein Nachteil. Und er backt Brot im eigenen Backofen, aber auch nur samstags und zudem nur, wenn es draußen nicht zu kalt ist (damit der Backofen keine Risse kriegt wegen des Temperaturunterschieds). Auch ein Nachteil, zumindest für die Kundschaft. Aber egal, das Resultat aus dem Backofen ist jedenfalls wirklich nahe am Heiligtum. So soll Brot sein! Und es hält sich noch 3 Tage länger als das vom Töppmann. Und man kann es problemlos einfrieren, nach dem Auftauen ist es wie neu. Wer eines will, muss es selber holen (noch ein Nachteil: wenn man schon dort ist, könnte man ja gleich in der Wirtschaft was Essen oder zumindest a Seidla trinken...). Unbedingt spätestens am Freitag vorher anrufen (09244/582) und eines bestellen - sonst gibt's nix.
Auch recht gut ist das Brot vom Übler in Diepoldsdorf, Mühlstraße 1. Diepoldsdorf ist bei Simmelsdorf, und der Übler ist nicht nur eine Bäckerei, sondern auch eine Mühle. Auch hier gilt: vorbestellen (09155/331).
Und last but not least: die Siegersdorfer Landbrote kann ich auch empfehlen. Die gibt es mittlerweile in vielen Läden. Tipp: Steinofen-Weißbrot. Das gibt es allerdings momentan nur in den Siegersdorfer Brotcafés (Brot|Kaffee|Feines) in Nürnberg, Erlangen oder Lauf.
Aber bei uns ist ja mittlerweile das Bäckerhandwerk in große und größte Backfabriken abgewandert, und überall gibt es zudem Brot und Semmeln (Weggla) frisch gebacken, beim Aldi und Lidl usw. und in Backshops (schon der Name...). Und wen ich dann noch den Namen "Teiglinge" für das Ausgangsprodukt höre, aus dem dann "frisch gebacken" wird, dann hab ich schon gegessen (kommt gleich nach "Bratlinge").
Nicht dass in unserer Gegend der Beck oder der Wiehgärtner (Der Kalchreuther Bäcker) und all die anderen lokalen Bäckerei-Ketten was Schlechtes liefern würden - aber das ist die gleiche Sache wie mit den ganzen Fernseh-Bieren: kann man schon essen/trinken, aber es ist gleich weg, es hinterlässt keinen Eindruck, alles schmeckt immer gleich und austauschbar. Ok, zugegeben: die Sachen mit dem Zusatz "Steinofen" vom Wiehgärtner schmecken, und der Beck macht in der Gegend die besten Brezen.
Lösung: kleine Bäcker suchen und finden. Ausprobieren. Und dann bei denen kaufen.
Bei uns hab ich schätzen gelernt: den Töppmann in St. Helena (Holzofenbrotbäckerei). Mein Maßstab für Qualität ist immer das "normale" Brot. Das schmeckt wie früher; früher bedeutet die Zeit, als es noch Leute gab, die mit einem einzigen Schnitt mit einem kleinen Messer (Schneiddeiferla) von einem 6er-Laib eine gerade Scheibe runterschneiden konnten. So wie zu diesen Zeiten das Brot geschmeckt hat, so macht es der Töppmann auch noch heute. Zudem macht er noch andere Brotsorten, die überraschend gut sind. Und das Brot hält sich im Brotkasten viele Tage, ohne hart oder geschmacklos zu werden, und es schimmelt nicht. Jetzt kommt man nicht dauernd nach St. Helena (das ist bei Großengsee, aber da kommt man auch nicht dauernd hin), aber der Töppmann liefert mittlerweile in viele kleine Geschäfte oder in Dorfläden in der Gegend. Allerdings ist es doch schön, direkt im kleinen Laden in St. Helena einzukaufen, auch wenn es a bissl Zeit kostet; nicht die Anfahrt, aber man bekommt zum Brot immer auch ein freundliches Gespräch. Vorbestellen hilft: 09155/404.
Mein Brot-Favorit kommt aus Spieß, vom Ziegler (Hutzerstub'n). Der macht sein Wirtshaus ja leider nur samstags auf. Ein Nachteil. Und er backt Brot im eigenen Backofen, aber auch nur samstags und zudem nur, wenn es draußen nicht zu kalt ist (damit der Backofen keine Risse kriegt wegen des Temperaturunterschieds). Auch ein Nachteil, zumindest für die Kundschaft. Aber egal, das Resultat aus dem Backofen ist jedenfalls wirklich nahe am Heiligtum. So soll Brot sein! Und es hält sich noch 3 Tage länger als das vom Töppmann. Und man kann es problemlos einfrieren, nach dem Auftauen ist es wie neu. Wer eines will, muss es selber holen (noch ein Nachteil: wenn man schon dort ist, könnte man ja gleich in der Wirtschaft was Essen oder zumindest a Seidla trinken...). Unbedingt spätestens am Freitag vorher anrufen (09244/582) und eines bestellen - sonst gibt's nix.
Auch recht gut ist das Brot vom Übler in Diepoldsdorf, Mühlstraße 1. Diepoldsdorf ist bei Simmelsdorf, und der Übler ist nicht nur eine Bäckerei, sondern auch eine Mühle. Auch hier gilt: vorbestellen (09155/331).
Und last but not least: die Siegersdorfer Landbrote kann ich auch empfehlen. Die gibt es mittlerweile in vielen Läden. Tipp: Steinofen-Weißbrot. Das gibt es allerdings momentan nur in den Siegersdorfer Brotcafés (Brot|Kaffee|Feines) in Nürnberg, Erlangen oder Lauf.
Samstag, 5. Juli 2014
Walberla mit Brauereien und Brennereien
Das Walberla ist natürlich in Wahrheit die "Ehrenbürg", und zudem gehört dazu noch der (sogar höhere) Rodenstein. Aber wir sagen Walberla wegen der Walburgis-Kapelle, die da seit über 700 Jahren nachweisbar ist und seit dem 17. Jahrhundert in der heutigen Form drauf steht. Und wir meinen damit den ganzen Tafelberg mit seinen zwei Kuppen Ehrenbürg (514 m) und Rodenstein (532 m).
Der Berg der Franken. Ja, da gibt es so einige (Staffelberg, Kreuzberg, ...), aber das Walberla ist schon was Besonderes. Deshalb eine schöne Wanderung drüber und außen rum (knapp 10 km, 600 m insgesamt rauf und runter, a bissl mehr als zwei Stunden reine Gehzeit - aber es gibt so viel zu Schauen und zu Fotografieren und zu Essen und zu Trinken).
Los geht es in Kirchehrenbach am Wanderparkplatz (an der Kirche abbiegen in die "Straße zur Ehrenbürg"). Da geht es mit der Markierung "roter Querstrich" gleich schweißtreibend bergauf. Unterwegs (umdrehen!) schöne Blicke ins Wiesenttal, auf die Reifenberger Vexier-Kapelle und auf den Feuerstein mit der Burg. Voraus sieht man die Felsformation "Steinerne Frau" (gehört zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern), etwas südlich (also in Laufrichtung) davon die "Wiesenthauer Nadel". Der Aufstieg endet unmittelbar an der Walburgiskapelle. In Laufrichtung sieht man schon das nächste Ziel, den Rodenstein. Zum Ausschnaufen aber vorher unbedingt die Aussicht genießen: dazu sowohl links hinter der Kapelle (Aussicht ins Regnitz- und Wiesenttal) wie auch halbrechts (Aussicht ins Ehrenbachtal) zu den Geländern gehen. Dieser Ehrenbach ist übrigens verantwortlich dafür, dass es das Walberla überhaupt gibt: er hat den "Zeugenberg" damals von der Hochfläche der Fränkischen Alb abgetrennt.
Jetzt weiter über das Hochplateau des Walberla (alles Naturschutzgebiet, hauptsächlich wegen des umfangreichen Gebiets von Trocken- und Magerrasen; darüber hinaus wurden 15 Orchideenarten nachgewiesen). Zuerst runter und vorbei an einer Informationstafel: archäologische Funde zeugen von einer Besiedlung des Walberla bereits in der Bronzezeit (ca. 1000 v. Chr.), es wurden sogar Geräte und Scherben aus der Jungsteinzeit (ca. 4000 v. Chr.) entdeckt. Die Befestigungsanlagen der Kelten (ca. 500 v. Chr.) sind heute noch erkennbar - aber hauptsächlich deswegen, weil sie gut restauriert wurden. Dann weiter und rauf auf den Rodenstein. Nochmal die Aussichten genießen.
Dann abwärts - und auf die Wegweiser aufpassen: nicht nach Schlaifhausen runter (obwohl es da gleich mehrere Brennereien gibt), sondern nach dem alten Hochbehälter nach links Richtung Dietzhof. Dort auf der Hauptstraße nach rechts, bis links eine Straße abzweigt, in der sich die Brauerei Alt (Montag Ruhetag, Achtung: werktags erst ab 17:00 Uhr offen!) befindet. Der Alt braut sein eigenes süffiges Dunkles, das kann man in der schönen Stube trinken oder draußen im schlichten Garten.
Nach der Bierprobe weiter auf dieser Straße und kurz hinter dem Ortsschild links den Feldweg nach Leutenbach nehmen. Immer Richtung Kirchturm runter in den Ort, am Rathaus vorbei und dann zur Brauerei Drummer (Montag Ruhetag). Da sitzt man dann zwischen der Wirtschaft und der Brauerei unter Sonnenschirmen, hofft, dass die Kastanie bald groß genug ist, um natürlichen Schatten zu spenden und probiert das Dunkle (für mich etwas "allgemein") sowie das Helle (frisch, angenehm hopfig). Dazu einen Schweinsbraten mit Wirsing; schön, dass solche klassischen Beilagen noch angeboten werden! Nur dass in die Klöß keine Brotwürfel drin sind ist ein doch seltsamer Fehler. Mit a bissl Glück sieht man in Leutenbach (vorwiegend ältere) Frauen in Tracht. Die machen das nicht wegen der Folklore, sondern weil das halt ihr alltägliches Gewand ist. Schön.
Irgendwann muss man dann doch weiter. Richtung Kirche, aber noch vorher links in die Ehrenbürgsstraße und dann immer dem Walberla-Rundweg folgen (Markierung: rotes Schild mit weißem Kreis und schwarzer Silhouette, die angeblich das Walberla zeigen soll - na ja). Aber der Weg entpuppt sich nach einem lang empfundenen Aufstieg bald als echter Wanderweg: einspurig, manchmal etwas zugewachsen, auf und ab. Und häufig an moosbewachsenen Steinblöcken vorbei - typisch fränkisch. Immer im Wald, aber Aussicht gab es ja beim Hinweg schon im Überfluss. Nach einer guten halben Stunde geht es wieder raus aus dem Wald, man sieht schon das Ziel Kirchehrenbach vor sich und dann auch bald wieder die Rotstrich-Markierung vom Aufstieg.
Gleich neben dem Parkplatz befindet sich das Lokal "Zum Walberla" (eines von gefühlt 20 mit diesem Namen - auch "Ehrenbürg" wird in der Gegend immer wieder gerne genommen...): ein typisches Ausflugslokal, sicher nicht schlecht, aber auf die überwiegende Laufkundschaft ausgerichtet. Wer nochmal "richtig" einkehren will, macht sich auf den Weg in die Ortsmitte zum Sponsel ("Schwarzer Adler", Dienstag Ruhetag): unten an der Kirche halblinks Richtung Pretzfeld. Da gibt's nicht nur schöne fränkische Sachen, auch als Brotzeit, aber vor allem macht der seit Jahren einen ausgezeichneten Quittenbrand. Der nimmt durch die Lagerung im Holzfass eine zarte gelbe Farbe an und schmeckt unvergleichlich.
Hoffentlich ist bei der Wanderung jemand dabei, der nichts trinkt und somit gefahrlos heimfahren kann...
Der Berg der Franken. Ja, da gibt es so einige (Staffelberg, Kreuzberg, ...), aber das Walberla ist schon was Besonderes. Deshalb eine schöne Wanderung drüber und außen rum (knapp 10 km, 600 m insgesamt rauf und runter, a bissl mehr als zwei Stunden reine Gehzeit - aber es gibt so viel zu Schauen und zu Fotografieren und zu Essen und zu Trinken).
Los geht es in Kirchehrenbach am Wanderparkplatz (an der Kirche abbiegen in die "Straße zur Ehrenbürg"). Da geht es mit der Markierung "roter Querstrich" gleich schweißtreibend bergauf. Unterwegs (umdrehen!) schöne Blicke ins Wiesenttal, auf die Reifenberger Vexier-Kapelle und auf den Feuerstein mit der Burg. Voraus sieht man die Felsformation "Steinerne Frau" (gehört zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern), etwas südlich (also in Laufrichtung) davon die "Wiesenthauer Nadel". Der Aufstieg endet unmittelbar an der Walburgiskapelle. In Laufrichtung sieht man schon das nächste Ziel, den Rodenstein. Zum Ausschnaufen aber vorher unbedingt die Aussicht genießen: dazu sowohl links hinter der Kapelle (Aussicht ins Regnitz- und Wiesenttal) wie auch halbrechts (Aussicht ins Ehrenbachtal) zu den Geländern gehen. Dieser Ehrenbach ist übrigens verantwortlich dafür, dass es das Walberla überhaupt gibt: er hat den "Zeugenberg" damals von der Hochfläche der Fränkischen Alb abgetrennt.
![]() |
| vom Walberla Richtung Kirchehrenbach |
![]() |
| Das gegenüber ist der Rodenstein, links oben hinten Leutenbach |
Jetzt weiter über das Hochplateau des Walberla (alles Naturschutzgebiet, hauptsächlich wegen des umfangreichen Gebiets von Trocken- und Magerrasen; darüber hinaus wurden 15 Orchideenarten nachgewiesen). Zuerst runter und vorbei an einer Informationstafel: archäologische Funde zeugen von einer Besiedlung des Walberla bereits in der Bronzezeit (ca. 1000 v. Chr.), es wurden sogar Geräte und Scherben aus der Jungsteinzeit (ca. 4000 v. Chr.) entdeckt. Die Befestigungsanlagen der Kelten (ca. 500 v. Chr.) sind heute noch erkennbar - aber hauptsächlich deswegen, weil sie gut restauriert wurden. Dann weiter und rauf auf den Rodenstein. Nochmal die Aussichten genießen.
Dann abwärts - und auf die Wegweiser aufpassen: nicht nach Schlaifhausen runter (obwohl es da gleich mehrere Brennereien gibt), sondern nach dem alten Hochbehälter nach links Richtung Dietzhof. Dort auf der Hauptstraße nach rechts, bis links eine Straße abzweigt, in der sich die Brauerei Alt (Montag Ruhetag, Achtung: werktags erst ab 17:00 Uhr offen!) befindet. Der Alt braut sein eigenes süffiges Dunkles, das kann man in der schönen Stube trinken oder draußen im schlichten Garten.
Nach der Bierprobe weiter auf dieser Straße und kurz hinter dem Ortsschild links den Feldweg nach Leutenbach nehmen. Immer Richtung Kirchturm runter in den Ort, am Rathaus vorbei und dann zur Brauerei Drummer (Montag Ruhetag). Da sitzt man dann zwischen der Wirtschaft und der Brauerei unter Sonnenschirmen, hofft, dass die Kastanie bald groß genug ist, um natürlichen Schatten zu spenden und probiert das Dunkle (für mich etwas "allgemein") sowie das Helle (frisch, angenehm hopfig). Dazu einen Schweinsbraten mit Wirsing; schön, dass solche klassischen Beilagen noch angeboten werden! Nur dass in die Klöß keine Brotwürfel drin sind ist ein doch seltsamer Fehler. Mit a bissl Glück sieht man in Leutenbach (vorwiegend ältere) Frauen in Tracht. Die machen das nicht wegen der Folklore, sondern weil das halt ihr alltägliches Gewand ist. Schön.
Irgendwann muss man dann doch weiter. Richtung Kirche, aber noch vorher links in die Ehrenbürgsstraße und dann immer dem Walberla-Rundweg folgen (Markierung: rotes Schild mit weißem Kreis und schwarzer Silhouette, die angeblich das Walberla zeigen soll - na ja). Aber der Weg entpuppt sich nach einem lang empfundenen Aufstieg bald als echter Wanderweg: einspurig, manchmal etwas zugewachsen, auf und ab. Und häufig an moosbewachsenen Steinblöcken vorbei - typisch fränkisch. Immer im Wald, aber Aussicht gab es ja beim Hinweg schon im Überfluss. Nach einer guten halben Stunde geht es wieder raus aus dem Wald, man sieht schon das Ziel Kirchehrenbach vor sich und dann auch bald wieder die Rotstrich-Markierung vom Aufstieg.
Gleich neben dem Parkplatz befindet sich das Lokal "Zum Walberla" (eines von gefühlt 20 mit diesem Namen - auch "Ehrenbürg" wird in der Gegend immer wieder gerne genommen...): ein typisches Ausflugslokal, sicher nicht schlecht, aber auf die überwiegende Laufkundschaft ausgerichtet. Wer nochmal "richtig" einkehren will, macht sich auf den Weg in die Ortsmitte zum Sponsel ("Schwarzer Adler", Dienstag Ruhetag): unten an der Kirche halblinks Richtung Pretzfeld. Da gibt's nicht nur schöne fränkische Sachen, auch als Brotzeit, aber vor allem macht der seit Jahren einen ausgezeichneten Quittenbrand. Der nimmt durch die Lagerung im Holzfass eine zarte gelbe Farbe an und schmeckt unvergleichlich.
Hoffentlich ist bei der Wanderung jemand dabei, der nichts trinkt und somit gefahrlos heimfahren kann...
Sonntag, 1. Juni 2014
5-Seidla-Steig (mit Update)
Der 5-Seidla-Steig droht mittlerweile zum Opfer seines eigenen Erfolgs zu werden. Das wäre sehr schade, denn tatsächlich handelt es sich um eine schöne und empfehlenswerte Wanderung, die zudem an einer Reihe von berühmten Brauereien vorbeiführt. Siehe dazu den aktuellen Bericht der Nordbayerischen Nachrichten vom 14.05.2015 am Ende des Posts!
Der komplette Weg ist fast 20 km lang und überwindet nicht unerhebliche Steigungen (wobei: die Wanderer müssen die Steigungen überwinden). Also nicht unterschätzen! Es gibt die Möglichkeit, sich mit einer Art Sammeltaxi von den einzelnen Brauereien zum Ausgangspunkt zurück fahren zu lassen - aber unbedingt rechtzeitig anmelden!
Sehr sinnvoll ist eine kurze vorherige Planung, welche Brauerei auf dem Hin- und welche auf dem Rückweg besucht werden soll. Alle auf einmal ist eine echte Herausforderung - da waren Viele anfangs zu optimistisch und haben sich überschätzt! Langsam angehen und antrinken!
Auf geht's!
Startpunkt ist Weißenohe. Da hält die Gräfenberg-Bahn. Diese zu nutzen empfiehlt sich für alle die Wanderer, die nicht auf abstinente Mitwanderer und somit ebensolche spätere Heimfahrer zurückgreifen können.
Die Klosterbrauerei ist altbekannt für mehrere empfehlenswerte Biersorten (Klostersud! schmeckt aber eigentlich erst nach der zweiten Halben richtig und ist deshalb zum Start der Wanderung nicht wirklich empfehlenswert). Zudem gibt es in der Wirtschaft auch gute fränkische Schmankerl (in der Karte werden die korrespondierenden Biere aufgeführt - ein feiner Service!). Aber auch dies ist zum Start der Wanderung etwas verfrüht.
Der Weg führt gut ausgeschildert aufwärts (!) Richtung Gräfenberg. Dort erwarten uns zwei Brauereien: der Friedmann und der Brehmer (Lindenbräu). Es empfiehlt sich auf jeden Fall ein Blick in die Öffnungszeiten insbesondere beim Lindenbräu: die machen zu den hochfrequentierten Zeiten gar nicht mehr auf!
Einkehr beim Friedmann im "Biergarten zum Bergschlösschen" Richtung Kriegerdenkmal (der Aufstieg ist beschwerlich, aber rauf muss man ohnehin). Herrlicher Blick! Gutes Helles und erstaunlich bitteres Pils. Ist ein Biergarten und geht deshalb bloß, wenn es richtig schönes Wetter ist. Ist es nicht so schön, muss aber nicht aufs Friedman-Bier verzichtet werden: einfach auf der Hauptstraße weitergehen zum "Bräustüberl". Oder eben noch ein paar Schritte weiter zum Lindebräu, wo es das berühmte "Brehmer-Öl" gibt (das Einfache). Das Weizen ist auch nicht von schlechten Eltern.
Hier in Gräfenberg ist ein Stopp unbedingt sinnvoll: das Bier ist wirklich gut und die nächste Einkehr weit. Erst in Hohenschwärz gibt's wieder was, die guten Hofmannstropfen beim Grammers, wie die Brauerei Hofmann wirklich heißt. Der macht zum traditionellen Dunklen mittlerweile auch ein Helles. Den Grammers kennt und schätzt man aber wegen dem Dunklen - schmeckt immer mal etwas anders, oft a bissl nach Keller... Das Bier hat einfach Charakter und das zweite ist auf jeden Fall prima!
Nun weiter, aber nicht weit und abwärts nach Thuisbrunn zum Elch. Der Gasthof Seitz ist mittlerweile nicht nur für sein Bier bekannt, sondern auch für den wirklich schönen Biergarten. Da wiederum mag ich das Helle lieber - und die Schinkenplatte.
Und jetzt das Ganze in umgekehrter Richtung!
Der VGN hat eine schöne Broschüre mit vielen Informationen. Und wo ist jetzt das eingangs geschilderte Problem? Wie gesagt, viele Leute unterschätzen die Wirkung der vielen Biere in Kombination mit den Entbehrungen der Wanderung. Die Folgen sind nachteilig für die Wanderer (sie schaffen nicht den Weg, den sie sich vorgenommen haben - oder sie schaffen es nicht, alle Brauereien anzulaufen und deren Spezialitäten zu genießen). Und sie sind nachteilig für die Brauereien, weil sie sich mit reichlich Besoffenen rumärgern müssen, die überwiegend auch noch ihren Rausch bereits mitbringen. Das führt insbesondere an Wochenenden nachmittags in Weißenohe immer wieder zu unschönen Szenen. Und, wie gesagt, beim Lindenbräu machen sie zu "gefährlichen" Zeiten schon gar nicht mehr auf. Und es ist nachteilig für den Weg selbst und die Natur außenrum, weil immer wieder die (diese!) Leute jeden Dreck wegschmeißen. Mittlerweile müssen die Brauereien schon Leute extra dafür beschäftigen, nach heftigen Wochenenden den Weg abzulaufen und sauber zu machen.
Solche Auswüchse gefallen natürlich den meisten Leuten, die den 5-Seidla-Steig gehen wollen, ohnehin nicht: die wollen in der schönen fränkischen Landschaft und durch schöne fränkische Dörfer und Städtchen laufen, einkehren und verschiedene fränkische Brauereien ausprobieren und die Braumeisterinnen ehren (Lindenbräu + Brauerei Friedmann + Brauerei Hofmann - die Quote ist mehr als erfüllt!) und fränkische Schmankerl genießen. Wer kann, plant die Wanderung unter der Woche (Obacht auf Ruhetage!).
UPDATE: Nordbayerische Nachrichten vom 14.05.2015
Krawalle beim Wandern: Mancher Biertrinker braucht Regeln
Die Versuchungen für die Wanderer am Fünf-Seidla-Steig sind groß und Wandern auf dem Brauereiweg macht durstig und lustig. So lustig bisweilen, dass die beteiligten Brauereien jetzt "Fünf-Seidla-Steig-Regeln" aufgestellt haben.
Um Natur und Landschaft und die Anwohner entlang der Wanderstrecke zu schonen, haben die fünf beteiligten Brauereien „Fünf-Seidla-Steig-Regeln“ aufgestellt: „Ich erwarte als Wirt ein Mindestmaß an Anstand und gutem Benehmen“, sagt Georg Kugler: „Wer sich nicht an unsere Regeln hält, fliegt rigoros raus“ bringt es der Inhaber des „Elchs“ in Thuisbrunn auf den Punkt.
Junggesellen, die in kunterbunter Maskerade lautstark ihren Junggesellenabschied feiern oder angetrunkene Randalierer haben in seinem ElchBräu keinen Platz. Vielmehr soll der Genuss im Vordergrund stehen, „schönes Bier und gutes Essen in wunderbarer Landschaft“, so Kugler, Familien mit Kindern sind gerne gesehene Gäste. „Lärmendes Partyvolk“, für das nicht der Genuss, sondern ausschließlich der Konsum von Alkohol im Vordergrund steht, muss draußen bleiben. Untereinander sind die Wirte gut vernetzt, erzählt Kugler, das heißt sie informieren sich auch gegenseitig über die Ankunft krawallmachender Gruppen, denn, so Regel Nummer zwei, „randalierende, lärmende und hausierende Gruppen werden in den Gasthäusern nicht bedient!“
Für den großen Durst auf der Strecke bietet Kugler ausschließlich Pfandflaschen an. Das Flaschenpfand in Höhe von zwei Euro pro Flasche hat er bewusst so hoch angesetzt, um die Müllmenge auf den Wanderwegen in Grenzen zu halten. Seit drei Jahren sind Mülleimer an der Wegstrecke aufgestellt, die von der Gemeinde geleert werden. Die Brauereien selbst kümmern sich darum, dass die Wegstrecke regelmäßig in unwegsamerem Gelände von Müll und Unrat gesäubert wird.
Seit der Eröffnung des Fünf-Seidla-Steigs im Jahr 2008 hat sich der idyllische etwa zehn Kilometer lange Brauereienwanderweg in der Fränkischen zu einem echten Selbstläufer entwickelt. Vorbei auf landschaftlich reizvollen Wegen und Pfaden zu den fünf Privatbrauereien in den Gemeinden Gräfenberg und Weißenohe wirbt der Weg mit „herzhaftem Biergenuss und fränkischen Gaumenfreunden“, der Jahr für Jahr immer mehr Besucher anlockt.
Julia Endres betreut mit ihrer „Kultur- & Projektwerkstatt“ die „Fünf-Seidla-Steig“-Wirte in Sachen „Nachsorge“, wie sie sagt und hat auch mit den Wirten gemeinsam die Fünf-Seidla-Steig-Regeln entworfen. In Hohenschwärz, so erzählt sie, gab es sogar eine Unterschriftensammlung, die der Gräfenberger Stadtspitze überreicht wurde: Die Wegführung des Seidla-Steigs mitten durch den Ort sollte geändert werden, forderten die Anwohner, um ein wenig Wochenendruhe zu bekommen.
Seit dieser Saison stehen vier Tafeln mit den Knigge-Regeln für Biertrinker am Wegesrand, Aufsteller stehen auf den Gasttischen und auch an den Türen im Männerklo, „dort haben die Männer Zeit zum Lesen“.
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